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Die Geburt

 

Gesteigerte Unruhe der Tiere, wiederholtes Lautgeben, sowie öfteres Absetzen von Harn und Kot, melden die bevorstehende Geburt an. 

 

Zur Regel wird das Fohlen in Vorderlage geboren. Häüfiges Aufstehen, Umdrehen und Ablegen der Stuten, nebst Schmerzäußerungen, sind die Regel. 

 

Wenn die erste Flüssigkeit aus der Scheide austritt, sollte das Fohlen innerhalb von ca. 60 Minuten geboren werden.

Die Geburt erfolgt meistens im Stehen. Beim Austritt des Fohlens reißt der Nabelstrang. Die Mutterstute kümmert sich zuerst kaum um das Fohlen, sie beleckt es auch nicht.

 

Deshalb ist es wichtig, dass die Geburt bei schlechtem Wetter im Stall erfolgt. Nach ca. 2 Stunden sollte das Fohlen stehen und das Euter der Mutter suchen. Dabei ist zuweilen die menschliche, vorsichtige Hilfe vonnöten.

 

Die Nachgeburt sollte in den ersten 2 bis 3 Stunden erfolgen und ist immer auf Vollständigkeit zu untersuchen.

 

Die Lagerung der Frucht im Muttertier ist maßgebend auf den Verlauf der Geburt. Es ist am sichersten einen Tierarzt zu rufen, wenn dabei Probleme auftauchen.

Durch engen Geburtsweg sind Manipulationen der Lage meistens nicht möglich, dann hilft nur der Kaiserschnitt. Das Gleiche gilt, wenn Uterustorionen nicht durch Wälzen der Stute kurzzeitig behoben werden können. Bei Nachgeburtsverhalten können Oxytocinapplikationen helfen.

Uterus- und Scheidenprolaps können bei der Geburt vorkommen und leicht reponiert werden (Wiederholungsgefahr gegeben). Bei Erstgebärenden kann häufiger vorkommen, dass die Milchleistung schlecht ist oder ganz ausbleibt. Mehrmalige Oxytocingaben im Abstand von ca. 2 Stunden beheben das Problem meistens prompt.

Erstgebärende nehmen oftmals ihre Fohlen nicht gleich an. Deshalb ist die Stute zu melken und dieses Kolostrum dem Fohlen zu füttern. Es hilft oft, die Stute anzubinden, zu fixieren und dann das Fohlen anzusetzen. Hier ist Geduld und Feingefühl des Züchters gefragt.

Nach 14 Tagen ist der Uterus nach der Geburt wieder zurückgebildet, sodass die Stute dann wieder bedeckt werden können. Nach 4 Tagen ist dann der Deckakt zu wiederholen.

Hinweis: Da Hengste nach der Geburt gesteigertes sexuelles Interesse an den Stuten zeigen, ist es ratsam, Hengste in dieser Zeit in gesonderten Gehegen zu halten.

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© Marlene Jung